Dead Field
Der beruhigende Duft von Lavendel erfüllt den Raum. In ihrer Zartheit bahnen sich getrocknete Lavendelzweige ihren Weg durch den kalten Beton. Dabei versuchen sie, eine der langen, geraden Reihen eines Lavendelfeldes nachzuahmen, die sich violett leuchtend durch die Hügel der Provence erstrecken. Bei deren Schönheit und lieblichem Geruch gerät gerne in Vergessenheit, dass es sich auch dort um eine vom Menschen geschaffene Monokultur handelt. Die regelmässig platzierten Pflanzen formen eine künstliche Landschaft, in der sie sich dem idealisierten wirtschaftlichen Denken des Menschen beugen müssen.
Der Lavendel hier ist tot, wurde geerntet und getrocknet. Das Violett seiner Blüten ist dumpfer geworden und verschmilzt mit den kühlen Farben des Raumes. Die komplizierte Beziehung zwischen Mensch und Natur spiegelt sich in der Installation wider, wobei die geheimnisvolle Schönheit der Natur in ihrem paradiesischen Zustand gebrochen und als äußere Oberfläche entlarvt wird, der man nicht so einfach trauen darf. Dieser Ort, den wir durchstreifen können, entfaltet sich vor uns: bedrohlich schön, zerbrechlich und verlassen.
Atelierkurs VBG, Bachelor Art Education, ZHdK, 2023